Blutegeltherapie – eine mögliche Alternative zur Schmerztherapie
Die Verwendung von Blutegeln in der Medizin hat eine lange Tradition und geriet im letzten Jahrhundert durch den Einsatz von chemisch hergestellten Medikamenten in Vergessenheit.
Seit in der Medizin wieder mehr Wert auf naturheilkundliche Verfahren gelegt wird, erlebt auch die Blutegeltherapie eine Renaissance. In der Humantherapie wird sie in bei vielen Indikationen erfolgreich eingesetzt, die von der Behandlung von Venenerkrankungen über Arthrosebehandlung bis hin zur Behandlung von Hörstürzen und Einsatzgebieten in der plastischen Chirurgie reicht.
Wirkmechanismus:
Der Wirkmechanismus, bzw. der Speichel des Blutegels und seine diversen Inhaltsstoffe, konnten in den letzten Jahren durch moderne Analyseverfahren teilweise entschlüsselt werden. Bei einem Blutegel handelt es sich um eine Art biologische Apotheke. Es ist durch das Ansetzen der Blutegel am „Ort des Geschehens“ somit möglich direkt dort das `Medikament´ zu injizieren.
Was passiert bei der Blutegeltherapie?
Behandlung dauert in der Regel zwischen 60 min und 120 min.
Abhängig von der Indikation ist die Häufigkeit der Anwendung
Der Blutegel wird an entsprechendem Ort angesetzt und saugt sich fest. Dieser Vorgang ist weitgehend schmerzfrei.
Der Blutegel kann zwischen 15min und bis zu 2h saugen.
Während dieser Zeit gibt er seine im Speichel befindlichen „Medikamente“ an das Gewebe ab.
Anschließend fällt er von alleine wieder ab.
Die Wunde wird durch den Wirkstoff Calin bis zu 12h (in Ausnahmen auch länger) offengehalten und blutet kontinuierlich, wie gewünscht, nach.
Wirksubstanzen des Blutegelspeichels (laut Biebertaler Blutegelzucht GmbH, 2008)
Hirudin: Hemmung der Blutgerinnung
Lepirudin (Refludan): Verringert die Häufigkeit von Heparin-assoziierten Thrombopenien
Calin: kollagenvermittelnde Blutgerinnungshemmung, zuständig für den „sanften“ Aderlass